Traditionelle Bootsausbildung in Straubing

Die Forchheimer Helferinnen und Helfer fahren jährlich über das verlängerte Wochenende um Christi-Himmelfahrt zur „Sonderausbildung Wasser“ – der sogenannten Bootsausbildung – nach Straubing. Die Bedingungen auf der Donau mit ihrer starken Strömung sind nicht vergleichbar mit denen des heimischen Kanals und verlangen den Bootsführern deutlich mehr fahrerisches Können ab: perfekte Übungsbedingungen für das THW.
Neben den Bootsführern üben aber auch die Helfer aller Fachgruppen des THW Forchheim an diesem Wochenende ein breites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten. Die Einsatzkräfte lernen in der „Ruderschule“ das Fahren ohne Motorkraft, während sie den Donaudurchbruch bei Kehlheim durchfahren, auf dem Weg nach Kelheim und später nach Straubing üben auch Kraftfahrer und Führungskräfte – denn hier kommt das THW am schnellsten in einem geschlossenen Verband als Kolonne voran. Die richtige Kommunikation über Digitalfunk ist hier ebenso wichtig, wie die korrekte Kennzeichnung und Abstände der Fahrzeuge zueinander. Am Zielort in Stausacker bei Straubing wird dann von allen das Camp mit Schlaf-, Aufenthalts- und Duschzelt errichtet. Auch das dient der Übung für spätere Überörtliche Einsätze des THW. Gemeinsam mit dem Verpflegungstrupp der Fachgruppe Logistik (Log-V) wird außerdem ein Küchenzelt errichtet und die Feldküche in Stellung gebracht.
Aber nicht nur die Ausbildung gehört zur „Bootsausbildung“. Nach so langer Zeit entstehen auch Freundschaften. Die Ortsverbände Forchheim und Straubing pflegen eine ganz Besondere mit dem 1. Motorboot und Wasserskiclub (MWSC) Straubing: seit nunmehr 44 Jahren können die Einsatzkräfte das Gelände, die Slipstelle und den Bootsanleger für ihre Übungen nutzen. Dass es hier – je nach Witterung – nicht immer ohne Flurschaden von Statten geht wenn die schweren LKW auf der Wiese rangieren, tat der Freundschaft bisher keinen Abbruch. Freilich erhalten die Clubmitglieder eine kleine Entschädigung durch das THW: Zusammen wird bei einem kleinen Fest am Freitag die Freundschaft gefeiert.
Zum 50. jährigen Gründungsjubiläum des 1. MWSC Straubing, konnte das THW Forchheim in diesem Jahr eine „kleine“ Überraschung zur Feier mitbringen: ein aus einem Eichenstamm geschnitzter, überlebensgroßer THW-Helfer der auf den Namens Hannes getauft wurde. Als Ausdruck der tiefen Verbundenheit der Fränkischen Katastrophenschützer mit dem Motorbootclub aus Niederbayern, wacht er nun über das Gelände. Vor dem „Salamander“, einem ausrangierten Schiff das als Clubhaus dient, steht der Hannes und hält eine Messingtafel mit den Glückwünschen des THW Forchheim.
Die Helferinnen und Helfer des THW-Verpflegungstrupps verwandelten auch in diesem Jahr ihren Feldkochherd in eine Gourmetküche. Die Clubmitglieder wurden dabei ebenso verköstigt wie ihre Familien und die Helfer beider THW Ortsverbände. Kameradschaftspflege gehört schließlich auch dazu wenn ehrenamtliche Helfer ihr langes Wochenende der Ausbildung opfern. Ein großer Dank gebürt dabei den Köchen und ihren Helfern!
Der THW Ortsverband erhielt während der Feierlichkeiten am Abend die Ehrenmitgliedschaft des 1. MWSC Straubing. Nach dieser ganz besonderen Bootsaubildung, freuen sich die Helfer schon auf das kommende Jahr, wenn sie Ihren Hannes wieder sehen.